Flächeninanspruchnahme und Flächenversiegelung in Österreich 2023

Die Staatsfläche Österreichs umfasst rund 83.884 Quadratkilometer. Im Jahr 2023 ist nahezu die Hälfte davon – konkret 46 Prozent – mit Wald (inkl. Forststraßen und Krummholzflächen) bedeckt. In Kärnten und der Steiermark sind es sogar 56 bzw. 60 Prozent. Damit zählt Österreich zu den waldreichsten Ländern der Europäischen Union. Mehr Wald gibt es anteilsmäßig lediglich in den baltischen Ländern Estland und Lettland, in Skandinavien (Finnland bzw. Schweden) sowie in Slowenien. In Deutschland, Italien, Frankreich und Tschechien (aber auch beim Nachbarn Schweiz) liegt der Waldanteil bei rund einem Drittel der Landesfläche, in Ungarn bei etwas mehr als einem Fünftel. Zudem ist Österreich in der Tat ein Land der Berge. Alleine die Alpen (inkl. Gletscher und alpines Ödland) beanspruchen mehr als 16 Prozent des Staatsgebietes. Beinahe 44 Prozent davon gehören zu Tirol, 20 Prozent zu Salzburg und 13 Prozent zur Steiermark.

Neben dem Wald benötigen landwirtschaftliche Flächen den zweitmeisten Platz. Im Jahr 2023 werden insgesamt 24.437 Quadratkilometer als Äcker, Wiesen und Weiden oder für die Bewirtschaftung mit Dauerkulturen genutzt. 

Etwa 60 Prozent davon entfallen alleine auf zwei Bundesländer: Niederösterreich und Oberösterreich. In Niederösterreich werden 48 Prozent der Landesfläche von der Landwirtschaft (ohne Forstwirtschaft) genutzt, in Oberösterreich sind es 45 Prozent. Den höchsten Anteil landwirtschaftlicher Flächen gibt es allerdings im Burgenland. Hier ist jeder zweite Quadratkilometer Agrarland. Insgesamt machen landwirtschaftliche Flächen damit 29 Prozent der österreichischen Staatsfläche aus.

Flächennutzung 2023 in km²

Flächenarten Österreich BGLD KTN NOE OOE SLBG STKM TIR VLBG WIEN
Wohn- und Betriebsflächen1 1.553,3 81,5 121,7 423,7 315,4 106,4 264,5 107,1 49,5 83,5
Verkehrsflächen2 2.092,0 158,1 211,1 637,4 362,6 101,8 359,2 147,9 51,3 62,6
Freizeitflächen 2096,8 150,0 192,0 566,4 383,7 100,5 390,7 135,1 75,8 102,6
Abbauflächen3 134,9 8,5 9,6 47,0 21,7 7,7 28,0 9,3 2,0 1,1
Landwirtschaftl. Flächen4 24.437,0 1.980,5 1.672,2 9.281,5 5.413,3 985,1 3.648,2 995,1 400,0 61,0
Wälder5 38.471,5 1.403,9 5.349,9 7.864,8 4.797,4 3.042,5 9.814,1 5.167,2 947,3 84,4
Gewässer6 1.389,5 182,6 172,0 276,8 269,4 102,4 153,2 143,3 70,5 19,3
Alpen7 13.708,9 0,0 1.808,3 82,5 419,3 2.708,1 1.741,7 5.943,4 1.005,3 0,3
Landesfläche total 83.883,9 3.965,2 9.536,8 19.180,1 11.982,8 7.154,5 16.399,6 12.648,5 2.601,7 414,8
Zuwachs geg. 2022 in km² 29,17 1,50 2,99 3,92 6,14 1,67 10,45 0,91 0,46 1,13
Zuwachs in Prozent8 0,035 0,038 0,031 0,020 0,051 0,023 0,064 0,007 0,018 0,273

Quelle: BEV

Legende:
1Gebäude, Gebäudenebenflächen, Betriebsflächen, Friedhöfe
2Straßen- und Schienenverkehrsanlagen, Parkplätze
3inkl. privater Gärten
4inkl. Halden und Deponien
5Äcker, Wiesen, Weiden, Dauerkulturen
6inkl. Forststraßen, Krummholzflächen, verbuschte Flächen und Feuchtgebiete
7inkl. Gletscher und alpinen Ödland + Rundungsdifferenzen
8bezogen auf die Landesfläche

Im Jahr 2023 werden in Österreich insgesamt 5.877 Quadratkilometer für Gebäude-, Verkehrs-, Freizeit- und Abbauflächen genutzt. Der Anteil dieser sogenannten „Flächeninanspruchnahme“ beträgt somit sieben Prozent der Staatsfläche. Anteilsmäßig etwas höher ist die Flächeninanspruchnahme im Burgenland mit zehn Prozent sowie in Nieder- und Oberösterreich mit rund neun Prozent. In Wien liegt der Anteil bei 60 Prozent. Eine geringere Flächeninanspruchnahme als im Bundesdurchschnitt gibt es insbesondere in Salzburg und Tirol mit rund vier bzw. drei Prozent. Jeweils knapp 36 Prozent der österreichweit beanspruchten Flächen entfallen auf Freizeitflächen (inkl. privater Gärten) und Verkehrsflächen (Straßen- und Schienenverkehrsanlagen, Parkplätze). Etwa 26 Prozent werden für Wohn- und Betriebsflächen (Gebäude, Gebäudenebenflächen, Betriebsflächen, Friedhöfe) benötigt.

Das Wachstum der Flächeninanspruchnahme bremst sich im Jahr 2023 deutlich erkennbar ein. Im Vergleich zu 2022 erhöht sich der Flächenverbrauch um rund 29 Quadratkilometer bzw. 0,035 Prozent der Staatsfläche. Die Jahre davor stieg der Flächenverbrauch im Schnitt um knapp 42 Quadratkilometer im Jahr. Die geringe Wachstumsdynamik ist im Wesentlichen auf die schwächelnde Baukonjunktur zurückzuführen. Etwas rascher als die beanspruchte Fläche wächst im Jahr 2023 der landwirtschaftlich genutzte Boden. Im Jahresvergleich erhöht sich die Flächenkategorie „Äcker, Wiesen und Weiden“ um 38,6 Quadratkilometer. 

Die Flächeninanspruchnahme ist allerdings nicht gleichzusetzen mit der versiegelten Fläche. Denn als versiegelt gelten Böden nur dann, wenn sie mit einer wasserundurchlässigen Schicht abgedeckt sind. In der Praxis werden daher nur überbaute, zubetonierte oder asphaltierte Flächen gezählt (Methodik siehe Legende Datenbankabfrage). Aktuell (2023) sind das österreichweit insgesamt 2.985 Quadratkilometer oder 51 Prozent der beanspruchten Flächen. Einen signifikant geringeren Versiegelungsgrad gibt es im Burgenland (44 Prozent), Kärnten und der Steiermark (beide 46 Prozent). deutlich höher ist er erwartungsgemäß in Wien mit 62 Prozent. Folglich sind im Jahr 2023 – bezogen auf die österreichische Staatsfläche – knapp 3,6 Prozent der Böden tatsächlich versiegelt. Die geringste Versiegelungsquote gibt es in Tirol mit 1,8 Prozent, die höchste in Wien mit 37,3 Prozent. In den Flächenbundesländern (Österreich ohne Wien) beträgt die Versiegelungsquote im Schnitt 3,4 Prozent.

Flächeninanspruchnahme und Flächenversiegelung 2023

Flächen in km² Österreich BGLD KTN NOE OOE SLBG STKM TIR VLBG WIEN
Flächeninanspruchnahme 5.877 398 534 1.674 1.083 316 1.042 399 179 250
Flächenversiegelung 2.985 174 246 859 588 169 475 222 97 155
Versiegelungsgrad in % 51 44 46 51 54 53 46 56 54 62
Flächeninanspruchnahme und Flächenversiegelung bezogen auf die Landesfläche in Prozent
Flächeninanspruchnahme 7,01 10,04 5,60 8,73 9,04 4,42 6,36 3,16 6,87 60,22
Flächenversiegelung 3,56 4,40 2,58 4,48 4,91 2,36 2,89 1,75 3,71 37,25

Quelle: BEV, KFP auf Basis des UBA-Flächenmonitorings

Im europäischen Vergleich ist die Versiegelungsquote in Österreich eher gering. Laut Daten von Eurostat aus dem Jahr 2018 liegt Österreich – bezogen auf die Landesfläche – mehr oder weniger deutlich hinter anderen Industrienationen wie beispielsweise den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Dänemark,  Deutschland oder der Schweiz. Der Vollständigkeit halber soll an dieser Stelle jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass das Umweltbundesamt (UBA) einer Berechnung der Versiegelungsquote bezugnehmend auf den Dauersiedlungsraum (DSR) den Vorrang einräumt. Beim DSR handelt es sich um jene Fläche, die nach Abzug von Wald, Gewässern, Alpen und alpinem Ödland übrig bleibt. In diesem Fall sind im Jahr 2023 bundesweit 9,2 Prozent versiegelt. Wiewohl aufgrund des hohen Anteils an Alpinland diese Berechnungsmethodik auf den ersten Blick durchaus sinnvoll erscheint, hat sie im Fall von Österreich dennoch eine erhebliche Schwäche. Denn da von der Landesfläche neben Gewässern und Gebirge auch die hierzulande überdurchschnittlich große Waldfläche abgezogen wird, verkleinert sich die Berechnungsbasis stärker als in den meisten anderen europäischen Staaten. Damit wirkt sich die in Österreich nachhaltig betriebene Forstwirtschaft nachteilig auf die errechnete Versiegelungsquote aus. Der Ordnung halber weisen wir in der Datenbank trotzdem die Werte für beide Bezugsbasen aus. Aus unserer Sicht sind die Zahlen in Relation zur Gesamtfläche der jeweiligen Verwaltungseinheit aber aussagekräftiger.

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